Donnerstag, 27.09.18
 

Bürgerhaus Gräfelfing am Bahnhofsplatz  



Foto: C. A. Hellhake

 
 
"ins Kaffeehaus !"
... und in der Pause  
 
Ein entspannter und launiger,
 musikalisch-literarischer Ausflug
in die Kaffeehäuser Europas


Presseartikel
 
gab es natürlich gute Getränke !
(z.B. ein Achterl Roten)

 



Das Griensteidl 1896

Reinhold Völkel (1873–1938)
- Stadtchronik Wien, Verlag Christian Brandstädter p. 360
Gemeinfrei
Ein Literatencafé, das auf eine ruhmreiche Tradition zurück blicken kann und illustre Persönlichkeiten wie Hugo von Hoffmannsthal, Arthur Schnitzler, Arnold Schönberg, Karl Kraus, Felx Salten oder Viktor Adler zu seinen Gästen zählen durfte.
_____________________________________

 

 

Ein musikalisch-literarischer Spaziergang mit Maria Reiter (Akkordeon) Florian Sonnleitner (Geige), Heinrich Klug (Cello) und Ulrike Schultheis (Rezitation) -

 


Wir erfreuen Sie mit Kaffeehausvariationen von Beethoven, feurigen Zigeunerweisen von Lehar, herzerwärmenden spanischen Tänzen von Herrn Mozkowsky aus Dresden, herzergreifenden Humoresquen von Sibelius, Andalusischen Romanzen und dergleichen Schätzen mehr nach dem dictum von Peter Altenberg:
"Nicht Du bist an dem Ort, der Ort ist in Dir."  

Quelle: u.a.
Kunst.Projekt.Agentur Ole Schultheis
 

 

Der frühe Vogel kann den Wurm gerne haben. Ich nehme den Kaffee


Foto: C. A. Hellhake

Die Akkordeonistin Maria Reiter, vielseitigste und meistgefragte und international erfolgreiche Akkordeonistin, feinsinnige und charmante Klangmagierin auf ihrem Instrument


Foto: C. A. Hellhake

Heinrich Klug, langjähriger
1. Solo-Cellist der Münchner Philharmoniker, begnadeter Pädagoge, Talentförderer und amtierender Kinderkonzertmeister

  
                         
 
Café Hawelka
The Café Hawelka on a quiet Thursday morning. Photo by KF, February 2, 2006. - Gemeinfrei

André Heller:
"Ort der selbstverständlichen Täuschungen"


Georg Danzer
. Jö Schau

 ________________

Das Wiener Kaffeehaus ist eine Institution, die sich bisher über alle Weltuntergänge retten konnte und in der sich Literatur, Lebensart, Kunst und Musik zu äußerst feinen Blüten kristallisierte. Unter dem geschwungenen Lüster hinter dem runden Tischchen bin ich Mensch, will ich sein, und will ich mich von der krankhaft sterilen Bauweise der Neuzeit erholen und dem scheußlichen Diktat der schnurgeraden Linie mit dem ein oder anderen Achterl Roten trotzen.

Man sitzt beim Achterl Roten, beim kleinen Braunen oder einer üppigen Melange, wo man in Gemeinschaft die ausgesperrte Welt bespricht, bedichtet, belacht, in Töne setzt, falls man nicht selbstgenügsam die Zeitungen studiert. Beethoven, Schubert, Brahms, Chopin haben eine Heimat im Kaffeehaus gehabt und wir desgleichen
.

Zu diesem Behufe treffen sich Schauspieler, Schausteller, Schurken, schillernde Literaten, Bauschreiner, Besserwisser, verkannte Genies, Lebenskünstler,  erhitzte Musiker nach ihrem Dienst im Orchester, windige Musikanten, schwer mit großen Kisten bepackt.  ...

Quelle:  u.a. Maria Reiter Akkordeonistin
 

Möge dein Kaffee stark sein und dein Montag kurz


"Man ist nicht z'Haus
und doch nicht an der frischen Luft"

hat der Literat Peter Altenberg das Kaffeehaus beschrieben

Heinrich Klug und Maria Reiter waren 2007 und 2001, zusammen mit  dem Schauspieler, Regisseur und Rezitator Wolf Euba, schon früh Gast in der Literarischen Gesellschaft Gräfelfing
                   ________________________________

Die Wiener Kaffeehausmusik ist die reinste Seelenmassage und mit dem Kaffeearoma eng verknüpft. Sie ist in alle Richtungen emotional und sinnenfreudig, damit ein Allheilmittel und ein buntes Vergnügen nicht nur für Kaffeeliebhaber.  ...

Dass sich so renommierte Musiker wie Maria Reiter,  Florian Sonnleitner sowie Heinrich Klug, der Gattung in einem humorvoll-musizierfreudigen Programm angenommen haben, deutet schon darauf hin, dass es sich durchaus um eine anspruchsvolle Musik handelt.  “Nachtkritik” der Vorstellung im Bosco vom 04.03.2015

 

Ins Kaffeehaus, so die lokale Sinnstiftung, ging und geht man in Wien, um sichtbar unsichtbar zu sein, ungestört zu stören, und, wie es so treffend heißt, nicht daheim zu sein und doch zu Hause. Das Wiener Kaffeehaus, eine ursprünglich orientalische Idee, 1685 vom Griechen bzw. Armenier Owanes Astouatzatur vulgo Johannes Diodato erstmals eingerichtet, ist zudem eine Akademie der Dialektik.Quelle. WELT


Foto: C. A. Hellhake

Florian Sonnleitner war bis Januar 2018 Erster koordinierter Konzertmeister beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Absolutes Gehör.
„Musik sind gewonnene Gefühle, emotionale und rationale Appelle“


Foto: privat
Ulrike Schultheis
aus Gräfelfing, Buchhändlerin, Studium Theaterwissenschaft und Schauspiel, Referentin, Rezensentin und Autorin
_______________________


"Bei uns kann verkehren, wer will,
er wird bestens ignoriert"

Seniorchef Siegfried Hostnik, Bräunerhof, Wien

Thomas Bernhard (aus: Wittgensteins Neffe, 1982): „Das typische Wiener Café, das in der ganzen Welt berühmt ist, habe ich immer gehasst, weil alles in ihm gegen mich ist. Andererseits fühlte ich mich jahrzehntelang, gerade im Bräunerhof, das immer ganz gegen mich gewesen ist (wie das Hawelka), wie zu Hause, wie im Café Museum, wie in anderen Kaffeehäusern von Wien.“

"Wien ist eine Stadt, die um einige Kaffeehäuser herum errichtet ist, in welchen die Bevölkerung sitzt und Kaffee trinkt" - Bertold Brecht


Der Wiener Kaffeehausdichter Peter Altenberg
(1859-1919)



Peter Altenberg, Kaffeehaus


"Du hast Sorgen, sei es diese, sei es jene -- ins Kaffeehaus!"

"Sie kann, aus irgendeinem, wenn auch noch so plausiblen Grunde, nicht zu dir kommen -- ins Kaffeehaus!"

"Du hast zerrissene Stiefel -- Kaffeehaus!"

"Du hast 400 Kronen Gehalt und gibst 500 aus -- Kaffeehaus!"

"Du bist korrekt sparsam und gönnst Dir nichts -- Kaffeehaus!"

"Du bist Beamter und wärest gern Arzt geworden -- Kaffeehaus!"

"Du findest Keine, die Dir passt -- Kaffeehaus!"

"Du stehst innerlich vor dem Selbstmord -- Kaffeehaus!"

"Du hasst und verachtest die Menschen und kannst sie dennoch nicht missen -- Kaffeehaus!"

"Man kreditiert Dir nirgends mehr -- Kaffeehaus!"
 


©  Literarische Gesellschaft

 
Maria Reiter:  Wikipedia - Homepage - nonSordino - KunstRäume am See - Münchner Philharmoniker - Theater an der Wien - youtube - Ole Schultheis Kunst.Projekt.Agentur

 - Ja.do: Maria Reiter mit ihrem Akkordeon hört man im Burgtheater in Wien, im Metropolitan Museum of Art in New York, im Biergarten in Augsburg, in der Philharmonie in Singapore oder im Kaiserpalast von Hue in Vietnam. Ihre Webseite kommt aus Seefeld.


Florian Sonnleitner: youtube: Portrait - goliving - Bach Collegium München - BR Klassik: sein letztes Konzert mit dem BR-Symphonieorchester - SZ: Abschied - MM: Spielen für die Seele - youtube. Von Pult zu Pult - br Mediathek: Ohje, hier ist etwas schiefgelaufen - BR Klassik: Klassik am Odeonsplatz 2017 - BR Mediathek: Publikum hörte nicht auf zu klatschen - Ole Schultheis Kunst.Projekt.Agentur
"Alles kann so ein reiches Philharmonikerberufsleben nicht abdecken und so sieht es auch der 1. Konzertmeister des BR-Symphonieorchesters Florian Sonnleitner. Üblicherweise lockert er seinen Orchesteralltag auf, indem er in großen Kirchen Bach´sche Solosonaten vorträgt, aber auch er entdeckte seinen Sinn für leichtere Muse, oder gar Musi" (Quelle)


Heinrich Klug: Homepage - Das Kaffeehaus - Münchner Philharmoniker - Einführungsveranstaltungen - ard alpha (Youtube) - MHVS Online - Ole Schultheis Kunst.Projekt.AgenturDer langjährige Solocellist der Münchner Philharmoniker (mit dem es auch ein Duoprogramm mit viel Tango zusammen mit Akkordeon gibt) hat sich einerseits sehr den Philharmonischen Kinderkonzerten verschrieben, mit denen er schon Generationen von Musikliebhabern und Konzertgängern sozialisiert hat, anderseits freut ihn auch der musikalische Austausch mit Gleichgesinnten.(Quelle)


Ulrike Schulheis: Buchmarkt Bücher bei Amazon -
 


Kaffeehaus, ein Ort,
an dem du zu Hause bist, aber eben doch nicht daheim

Stefan Zweig beschreibt das Wiener Kaffeehaus in seiner Autobiographie, „Die Welt von Gestern“, so: „Es stellt eine Institution besonderer Art dar, die mit keiner ähnlichen der Welt zu vergleichen ist. Es ist eigentlich eine Art demokratischer, jedem für eine billige Schale Kaffee zugänglicher Klub, wo jeder Gast für diesen kleinen Obolus stundenlang sitzen, diskutieren, schreiben, Karten spielen, seine Post empfangen und vor allem eine unbegrenzte Zahl von Zeitungen und Zeitschriften konsumieren kann. Täglich saßen wir stundenlang, und nichts entging uns." -

"Unsere beste Bildungsstätte für alles Neue blieb das Kaffeehaus"
 

Lokale Legenden. Wiener KaffeehausliteraturHerr Karl & Herr Kurt: Kaffeehaus GschichtenHARASS - DIE SAMMELKISTE DER GEGENWARTSLITERATUR AUS DEM SÄNGERLAND Nr. 22: Kaffeehaus-LiteraturZeitgeist im Literaturcafè: Essays, Glossen & FeuilletonsWas der Tag mir zuträgt: Auswahl aus seinen Büchern

Kaffeehaus ist überall so lautet ein Kapitel in Friedrich Torbergs legendärem Buch "Die Tante Jolesch", das sehr gut die Bedeutung des "Wiener Kaffeehauses" beschreibt. Im 19. Jahrhundert breitete sich dieser Kaffeehaustyp in alle österreichische Länder aus, so dass aus dem Wiener Kaffeehaus eine österreichische Institution wurde. Eine Institution, deren klassische Kaffeespezialitäten in Ihrer Vielfalt und Raffinesse weltweit einzigartig sind.

Friedrich Torberg: Traktat über das Wiener KaffeehausDas Literatencafé -
 

Sie haben's gut, sie können ins Kaffeehaus gehen!: Kaiser Franz Joseph ganz privatIslam und Aufklärung: Türkische Kaffeehäuser in ParisBerliner Cafés: Die 50 originellsten Kaffeehäuser der Hauptstadt (Reiseführer Berlin 1)Caféhäuser München: Geschichte(n) aus drei Jahrhunderten (Kleine Münchner Geschichten)Das Kaffeehaus von Karachi

Wiener Cafés  - Kaffeehausliteratur- Standorte

Kaffeehaus: gab‘s auf der ganzen Welt, in Wien genauso wie in Budapest, Prag, Brünn, Krakau, aber auch Kairo oder Buenos Aires.

In Wien bestellt man nicht einfach einen Kaffee. Im Laufe der Zeit hat sich eine große Vielfalt an Kaffeevariationen herausgebildet,
die traditionell mit einem Glas Wasser auf einem Silbertablett serviert werden.
In der Regel wird der Kaffee in ganz Wien (vom Kaffeesieder) gekocht und nicht gebrüht.

Hier nur ein kleiner Überblick:

Mokka (Kleiner / Großer Schwarzer)
Dabei handelt es sich um einen schwarzen Kaffee, der mit heißem Wasser unter Druck hergestellt wird. Ein großer Schwarzer entspricht der doppelten Menge. Der Mokka ist ein tiefschwarzer und bitterer Kaffee. Die Basis aller Wiener Kaffeespezialitäten ist der Mokka. ...

Kleiner und großer Brauner
Der Braune ist ein Mokka mit Obers. Dieser Kaffee wird schwarz serviert mit einem Fingerhut voll Obers am Tablett. Der Gast mischt sich seine Bräune also selbst.  Ein großer Brauner ist die doppelte Menge.

Verlängerter
Beim Verlängerten handelt es sich um einen Braunen, welcher mit Wasser verdünnt wird.

Melange
Die Melange basiert auf dem Verlängerten. Die Melange besteht dabei zu 50 % aus Milch oder noch besser Milchschaum. Sie ähnelt damit dem Cappuccino.

Eiskaffee
Der Eiskaffee wird in einem hohen Glas serviert. Er besteht aus einigen Kugeln Vanilleeis auf die warmer Kaffee gegossen und mit Milch und Zucker verfeinert wird. Zur Garnierung kommt eine Haube Schlagobers auf das Eis. Der Kaffee wird mit Strohhalm und Löffel gegessen/getrunken.

Daneben gibt es z.B. noch
den Franziskaner, das kleine Schalerl Gold, den Verkehrten Kaffee, den Kapuziner, den Fiaker, den Einspänner, den Kosakenkaffee und den Zarenkaffee

Und hier noch eine Liste von Kaffeespezialitäten aus verschiedenen Ländern
__________________________________________________________________________________________________________

   
Quellen: Camerloher-Gymnasium, Freiising                                                                                    Quelle: Heinrich Klug                                                                                                                                       


Alfred Polgar: “Im Kaffeehaus sitzen Leute, die allein sein wollen. Dazu aber Gesellschaft brauchen!”